Spielturm selber bauen oder kaufen?

Spielturm selbst bauen oder lieber als Paket kaufen?

Viele Väter, gerade die Hobbyheimwerker, stellen in Foren oft die Frage: „Spielturm selber bauen oder kaufen“ (das ist übrigens der genaue Wortlaut, wie er gerne in Google eingegeben wird). Das Thema wird oft breit diskutiert, und es gibt selten einen Konsens.

Das ist nur zu gut verständlich, denn es spielen verschiedene Faktoren eine Rolle bei der Entscheidung, einen Spielturm zu kaufen oder selbst zu bauen.

Aber was ist nun die beste Variante, um seinen Kindern einen tollen Spielturm, Kletterturm oder Spielhaus hinstellen zu können?

Die 4 meistgenannten Faktoren sind:

  • Geld – ist es wirklich billiger, selbst zu bauen?
  • Kreativität – Die Individualisten brauchen ihren Spielraum
  • Handwerkliches Geschick – ist das was für Heimwerker?
  • Zeit – erfahrene Heimwerker weisen gerne auf den Faktor Zeit hin

Leider wird in den Diskussionen ein enorm wichtiger Faktor gerne vernachlässigt: Die Sicherheit der Kinder.

Schauen wir uns die genannten Faktoren mal genauer an.

Ist es wirklich billiger, einen Spielturm selbst zu bauen?

Für viele der Hauptgrund – das liebe Geld.

Oft wird eben die Frage gestellt, ob man mit einem selbst gebauten Spielturm die Kosten senken kann, denn das Holz kann man sich ja „günstig“ im Baumarkt besorgen und sogar zuschneiden lassen. Das ist teilweise richtig!

Billiges Holz im Baumarkt ist meist kesseldruckimprägniert, was eigentlich nicht mit hochwertigem Turmholz vergleichbar ist. Oft müssen Sie lange suchen, bis Sie Holz gefunden haben, das nicht gerissen oder verdreht ist, um für den Kletterturmbau geeignet zu sein.

Qualitativ hochwertiges Holz, das kammergetrockneter nordischer Fichte nahekommt, ist teurer. Trotzdem sollten Sie hier einen Preisvorteil erzielen können.

Dazu kommt, dass die wenigsten schon zu Beginn genau wissen, wie viele Balken, Latten etc. man in welcher Länge benötigt. Entweder kauft man dann alles immer zu lang und kürzt selbst zu Hause. Das treibt den Preis und kostet Zeit. Haben Sie das nötige Werkzeug (z. B. Kappsäge)?

Alternativ fährt man einfach häufiger in den Baumarkt, um Nachschub zu holen, was auch Zeit und Geld kostet. Haben Sie einen Anhänger oder genug Platz im Auto? Balken mit 3 Metern Länge sind keine Seltenheit.

Ein wichtiger Preisfaktor sind die Schrauben! Je nach Turm werden bei einem fertigen Bausatz hunderte Schrauben von guter Qualität mitgeliefert – bei einem größeren Doppelturm können es leicht knapp 2.000 Schrauben sein. Selbst wenn Sie nicht die teuren SPAX nehmen, müssen Sie für Schrauben tief in die Tasche greifen.

Billiger „Schrott“ ist für den Spielturmbau keine Alternative, denn die Schrauben sind jahrelang jeglicher Witterung ausgesetzt. Dazu muss regelmäßig der Sitz der Schrauben geprüft und eventuell nachgezogen werden. Mit ausgeleiertem Schraubenkopf macht das keinen Spaß!

Übrigens sind die Schrauben im Baumarkt für Sie sehr wahrscheinlich viel teurer als die bei einem Bausatz mitgelieferten. Alternativ können Sie Großmengen im Internet bestellen – ob die Qualität passt, sehen Sie leider erst nach Lieferung.

Das nötige Zubehör bekommen Sie im Einzelnen aber nicht im Baumarkt, sondern in speziellen Spielwarengeschäften. Hier haben Sie also keine Kostenersparnis, und das Zubehör macht zwischen 20-40 % des Gesamtpreises aus.

Nicht zu vergessen sind in der Diskussion die Wegekosten. Wie oft müssen Sie in den Baumarkt? Selbst wenn Sie bereits Erfahrung mit Spieltürmen haben sollten – wissen Sie von vornherein, was Sie an Material brauchen?

Vermutlich fahren Sie über die Wochen verteilt häufiger hin. Zumindest mir ging es bei verschiedenen kleineren Heimwerkerprojekten schon häufiger so. Bei einem fertigen Bausatz bekommen Sie dagegen alles auf einmal geliefert.

Klar ist: Mit einem Kletterturm nehmen Sie einen spürbaren Betrag in die Hand, egal ob selbst gebaut oder gekauft. Da Sie aber schon so weit gelesen haben, wissen Sie vermutlich, dass es sich dabei um eine sinnvolle Investition für die Gesundheit und die Entwicklung der Kinder handelt.

Kommen Individualisten bei einem Bausatz nicht auf ihre Kosten?

Bei den meisten Spielturmherstellern gibt es einen oder mehrere Basistürme und verschiedene Anbauten. Damit kann gut individualisiert werden. Weiterhin gibt es Kombinationen mit mehreren Basistürmen.

Mit dem Basisturm kann gut geplant werden, und die Anbauten können entsprechend auf den Standard ausgerichtet werden. Das hat natürlich zur Folge, dass es bei jedem Hersteller in der Grundstruktur eine gewisse Ähnlichkeit gibt.

Es gibt aber verschiedene Hersteller, die auch unterschiedliche Basistürme verwenden. Die Auswahl ist groß. Sollte Ihr Garten noch flexiblere Lösungen erfordern, sprechen Sie uns gerne an – vielleicht kann man mit den vorhandenen Türmen eine Lösung finden. Ein umgebauter Turm entspricht dann zwar in Teilen nicht mehr der DIN-Norm, und der Hersteller fällt aus der Haftung, aber das hätten Sie bei einem Eigenbau auch nicht.

Wenn Sie also sehr viel Wert auf Individualität legen, lohnt sich oft ein Blick auf ein größeres Modell mit mehr Anbaumöglichkeiten. Außerdem hat die individuelle Ausgestaltung mit Zubehör noch viel Potenzial.

ABER: Einem wirklichen Individualisten oder Liebhaber von Selbstgebautem reicht das natürlich nicht – hier geht der Weg an einem Eigenbau kaum vorbei.

Muss man als Handwerker seinen Spielturm selber bauen (können)?

Ein Bekannter von mir ist Schreiner mit einer eigenen Werkstatt und hat bei sich im Garten einen selbstgebauten Kletterturm stehen. Für ihn kein Problem – auch mache ich mir hier um Qualität und Sicherheit der Kinder keine Sorgen. Trotzdem findet er Gefallen an unseren Türmen – vor allem, weil sie chemiefrei sind.

Er sieht mich nicht als Konkurrenz. Wenn er individuell für seine Kunden herstellen würde, käme die Geschichte viel teurer – dafür gibt es fast keinen Markt, also auch keinen Konkurrenzkampf. Er hat den Turm in einer Zeit mit wenigen Aufträgen gebaut und seine vorhandenen Ressourcen genutzt. Sein Vorteil: Werkzeug und wahrscheinlich Material ist da. Der Plan erst mal nicht. Ob immer genug Zeit vorhanden ist, ist fraglich.

Daraus kann man den Schluss ziehen, dass die für Planung und Bau eines Spielturmes nötige Zeit besser genutzt werden kann. Pläne sind beim Bausatz vorhanden, und es muss nur nachgebaut werden. Das spart viel Zeit. Wir haben auch schon an verschiedene Handwerker verkauft – die haben das wahrscheinlich ähnlich gesehen.

Natürlich macht der Spielturmaufbau auch jede Menge Spaß. Wenn man dazu noch tüfteln kann, ist der geübte Heimwerker oder Handwerker in seinem Element. Das lässt sich nicht jeder nehmen, was ich absolut verstehen kann.

Aber selbst der Aufbau eines Bausatzes ist keine Kleinigkeit. Für ungeübte Heimwerker nicht gerade einfach, aber machbar. Viele Väter freuen sich sogar über die Herausforderung und sind am Ende umso mehr stolz auf sich und ihre Leistung.

Dafür veranstalten manche meiner Kunden sogar ein kleines Familienfest, bei dem Vater mit Opa oder Onkel an ein bis zwei Tagen den Spielturm aufbaut, was mit einem schönen Grillfest endet, an dem alle das neue Familienmitglied feiern. Die Kids auf dem Turm, die Großen am Tisch.

Dauert Marke Eigenbau viel länger?

Kurzversion: Ja!

Warum? Sie müssen planen – das kostet Zeit. Oder einfach drauflos zimmern. Das sieht zu Beginn erst mal schnell aus.

Aber irgendwann holt einen die Realität ein. Änderungen sind nötig. Dinge passen nicht zusammen. Das Material geht aus, und weitere Fahrten in den Baumarkt sind nötig usw.

Den Rest können Sie sich selbst ausmalen. Wenn Sie die Zeit und die Muse dazu haben, kann es ein großes Vergnügen werden. Leider ist Zeit unser knappstes Gut. Wenn Sie also nicht auch noch viel Spaß dabei haben, lassen Sie es lieber!

Spielturm selbst bauen – Sicherheit hat Priorität

Sicherheit beim Spielturmaufbau – dieser Punkt hat für mich höchste Priorität.

Leider ist er in den Foren der am wenigsten diskutierte…

Bei gekauften Spielgeräten sollten die Herstellerangaben, der vorgesehene Nutzungsbereich sowie die aktuellen Sicherheits- und Montagehinweise beachtet werden.

Dazu gehören zum Beispiel Angaben zum Abstand zwischen Brettern oder Leitersprossen, damit Kinder weder mit dem Kopf durchrutschen noch stecken bleiben können, sowie Angaben zur Belastbarkeit der Konstruktion.

Es ging mir mit diesen Beispielen nur darum, die Bedeutung einer umsichtigen Planung zu verdeutlichen.

„Bau selbst! Du bist doch ein Mann, oder?“ Habe ich letzt in einem Forum gelesen – doch jetzt sollte man kurz weiterdenken, denn:

Nicht zu vergessen ist der Fall, dass sich nicht das eigene Kind, sondern eines aus dem Freundes- und Bekanntenkreis beim Spielen verletzt. Ohne jetzt eine Wertung einbringen zu wollen – wenn die Nerven blank liegen (das kann bei Eltern verletzter Kinder schnell gehen), sind schwere Vorwürfe schnell gemacht. Die lassen sich zur Not nicht mehr so leicht aus der Welt räumen.

Da spielt es auch mal keine Rolle, ob sich das Kind aus eigener Schusseligkeit oder wegen eines Baumangels verletzt hat. Jetzt spielt auch die möglicherweise verletzte Männlichkeit keine Rolle mehr!

Ersparen Sie sich die Situation lieber!

Fazit – wer hat denn nun die Nase vorn?

Wer von mir jetzt erwartet, dass ich den Eigenbau lobend in den Himmel hebe, der müsste auch erwarten, dass ich meinen Laden schließe.

Aber ich möchte fair bleiben, sonst könnte ich mir den Blogartikel auch sparen! Bewerten wir also die einzelnen Punkte:

  • Ist es billiger? In den meisten Fällen vermutlich ja, allerdings mit Risiken behaftet. Die Opportunitätskosten (z. B. Wegekosten) sind dafür höher, aber nicht in Euro zu beziffern. Punkt Eigenbau 1:0
  • Ist ein Bausatz für Individualisten vorstellbar? Die Masse an Herstellern und deren Modellen lässt extrem viel Spielraum. Mit Zubehör kann noch einiges an die eigenen Wünsche angepasst werden. Dennoch kann man den meisten Modellen den Charme eines Bausatzes nicht absprechen. Purer Individualismus sieht anders aus. Aber extreme Individualisten sind selten. Gleichstand 2:1
  • Bausatz für Handwerker – unter seiner Würde? Nicht jeder ist Schreiner oder Zimmermann. Selbst denen fällt kein Zacken aus der Krone bei einem Bausatz. Im Gegenteil – sie haben genug andere Herausforderungen, sodass sie hier auch mal die leichte Gangart wählen. Schwieriger wird es bei geübten Heimwerkern – für die kann diese Herausforderung echte Glücksgefühle erzeugen. Gleichstand 3:2
  • Was dauert länger? Wieder kurz: ganz klar der Eigenbau. Punkt Bausatz 3:3
  • Wo spielen meine Kinder sicherer? Definitiv auf dem Bausatz. Oder sind Sie Schreiner, Zimmermann, Techniker oder Ingenieur und kennen alle Sicherheitsvorschriften? Punkt Bausatz 3:4

Ein denkbar knappes Ergebnis für den Bausatz – nicht umsonst wird das Thema in den Foren kontrovers diskutiert.

Wer also will und Spaß daran hat, handwerklich geschickt ist, einen Spielturm gut planen und diese Planung gut umsetzen kann, die dafür nötige Zeit und Geduld aufbringt und letztendlich trotz fehlender Kenntnis, aber mit gesundem Menschenverstand, einen stabilen und sicheren Spielturm bauen kann, der hat meinen Segen und darf sich nach gelungener Leistung die Heimwerkerkrone aufsetzen :-)

Für alle anderen ist einer der vielen Bausätze die deutlich bessere Wahl.

Übrigens braucht jeder das richtige Werkzeug dazu – bitte nicht vergessen.

Was ist Ihre Meinung? Schreiben Sie mir gerne.

Bis dahin und – bleiben Sie in Bewegung!

Sie überlegen noch, welcher Bausatz für Ihren Garten infrage kommt? Einen Überblick finden Sie auf unserer Seite Spieltürme.